[Technik] Amazon S3/EC2
Christof Donat
cd at actsoft.de
Thu Apr 5 14:06:13 CEST 2007
Hi,
Danke, für die Zusammenfassung.
> Ah, ok. Also Amazon verkauft on demand Speicherplatz (S3) und Rechenzeit
> (EC2). Das Geschäftsmodell sieht keine Grundgebühren vor, sondern berechnet
> im Falle von S3 $0.15 pro gespeichertes GB bzw.$0.20 pro GB Traffic.
Ich würde sagen, es kommt sehr auf das Einsatzgebiet an.
Ich bin bei solchen Preisangaben auch immer vorsichtig. Sind das Netto- oder
Bruttopreise? Gibt es evtl. Zollschranken? Wenn das Bruttopreise sind, wo
wird versteuert - wahrscheinlich in den USA, was die Buchhaltung kompliziert
macht, wenn man die Umsaztsteuer wieder haben möchte (Stichwort:
Einfuhrumsatzsteuer).
Kurz: Es ist zweitrangig, welche Preise Amazon auf die Webseite schreibt.
Wichtig ist, welche Gesamtkosten am Ende tatsächlich entstehen. Da befürchte
ich, dass das Amazon-Angebot nicht wirklich der große Preisbrecher sein wird,
als der es verkauft wird.
> Zugriff erfolgt gegen eine offene API mitels REST, SOAP, HTTP,
> Client-Software entsteht als Open Source im Developer Forum.
Hm, also nicht über eines der bekannten Standard-Protokolle, wie z.B. scp,
sftp, etc. Ich vermute, da wird man noch eine ganze Weile z.B. auf einen
kioslave oder eine Finder-Integration warten müssen.
Ich bin nicht immer so wahnsinnig begeistert, wenn Leute krampfhaft alles in
ein neues Protokoll auf Basis von HTTP und XML verpacken müssen, wofür es
bereits etablierte Protokolle gibt.
Wir haben uns zwar auch bei hsadmin damitbeschäftigt, wie man auf dieser Basis
Dateien in einem Dateisystem verwalten könnte (siehe hsadmin wiki), aber das
war ein Gedankenexperiment um die Leistungsfähigkeit des Protokolls zu
testen. Ich erwarte nicht, dass es dafür ein Backend-Modul geben wird und
wenn doch, dann gibt es trotzdem noch weiterhin scp, also keine Einschränkung
des Dienstes auf ein eigenes Protokoll.
> die zugesicherten Specs sind recht
> beeindruckend (" Each instance predictably provides the equivalent of
> a system with a 1.7Ghz x86 processor, 1.75GB of RAM, 160GB of local
> disk, and 250Mb/s of network bandwidth.")
Das klingt für mich jetzt nicht nach einer Zusicherung. Das sind Angaben, was
man "voraussichtlich" an Leistung zu erwarten hat. Also nichts, worauf man
sich berufen kann, wenn die tatsächliche Leistung zum Zeitpunkt der konkreten
Nutzung dann eher einem 486DX2-66 entspricht.
> Auch hier gilt: Keine Grundgebühr, Traffic ins Netz kostet extra,
> Traffic zu S3 nichts.
Wieviel kostet der Traffic? Sind das die gleichen Preise wie bei S3?
> Es wären also Szenarien denkbar, in denen wir bspw. in S3 Backups
> erstellen und im Falle eines Engpasses bzw. Ausfalls einer Maschine
> ein Standby-Image in Betrieb nehmen, dass wir als Abzug eines
> HS-Servers erstellt haben. Kostet dann nur $0.10 pro Stunde.
Plus den entsprechenden Traffic.
Ein eigener Server als Standby hat den Vorteil, dass er dauernd laufen kann
und nicht erst booten muss, wenn der Hauptserver die Segel streicht.
Wenn der Standby gerade nicht läuft, kann man dann die Dateien im Image
ändern? Sonst liefert der Standby-Server ja völlig veraltete Daten aus. Wenn
ja, läuft das auch wieder über ein eigenes Protokoll? Gibt es einen Client,
der ein Filesystem life synchronisieren kann und wenn ja, wieviel Traffic
produziert der dann? Ist der Client so stabil wie DRDB?
Für den Standby im gleichen Rack mit dem Hauptserver muss HS auch gar keinen
Traffic zwischen Hauptserver und Standby bezahlen. Ist der Standby bei
Amazon, muss HS für den Traffic für die Synchronisation einmal im
Rechenzentrum und dann nocheinmal bei Amazon bezahlen.
> Denkbar wäre auch, die Leistuingen weiterzuvermieten, könnte zB das
> StaticWeb vereinfachen.
Ich glaube nicht, dass das eine Vereinfachung wäre. Das Mitglied mit einem
StaticWeb Paket könnte dann z.B. nicht mehr mit den gewohnten Tools (z.B.
scp) auf die Daten zugreifen. Bei Störungen wären die Hostmaster relativ
hilflos - ich glaube kaum, dass Amazon da dann sonderlich offenherzig sein
wird, wenn der Fehler bei ihnen liegt.
> Mit der "JungleDisk" gibt es darüberhinaus einen Client für S3, der
> sämtliche Daten prinzipiell verschlüsselt, so dass man nicht mehr
> allzuviel Angst haben muss, das die CIA die Daten bei Amazon abholt.
Also etwas, was ich mit pgp und ssh bei HS auch haben kann? Dann kann
der "Client" auch Skriptgesteuert im Hintergrund die Daten mit einem lokalen
Verzeichnis synchronisieren. Kann JungleDisk das auch?
> Ich verwende S3 bereits seit einiger Zeit, da mir für meine
> Einsatzzwecke das Traffic/Speicher Modell von HS zu teuer und
> unflexibel ist.
Wirklich groß ist der Unterschied nur, wenn die Nutzung extrem schwankt - ein
eher seltenes Szenario, aber wie gesagt, es kommt auf das Einsatzgebiet an.
> Ich wollts auf jeden Fall mal angesprochen haben.
Es schadet ja nicht, das auch zu kennen.
Christof
--
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