[Reseller] Re: Einige allgemeine Fragen zum Reselling
Purodha Blissenbach
reseller@hostsharing.net
Wed, 24 Jul 2002 08:30:13 +0200
Michael Hoennig <michael@hostsharing.net> schrieb am 23.07.2002
> Wenn du Dipl. Informatiker bist, hast du eine Chance, als Freiberufler
> durchzugehen, dann sparst du dir die Gewerbesteuer,
Freiberufler kann sein,
- wer per qualifiziernder Ausbidung in der
Lage ist, eigenstaendig zu arbeiten (einschl. Mitarbeiter zu
leiten)
- das in seiner Qualifikation tut
- und nicht Landwirtschaft, Handwerk, Gewerbe oder Handel treibt.
Ich vermute, dass reselling von den Finanzaemtern so nahe am
Handel gesehen werden wird, dass man - will man Freiberufler sein -
sich tunlichst eine added value aussuchen, auf die Fahnen und in
die Prospekte schreiben sollte, der eindeutig _nur_ mit der
eigenen Qualifikation denkbar ist, und das Reselling als das
wertmaessig geringeres "Anhaengsel" darstellen, das sozusagen
das Angebot "nur" abrundet.
Selbst wenn das dann mal einzwei Jahre andersherum rauskommt,
ist halt die eigene Prognose nicht eingetroffen. Hm.
Wichtig ist, sowas _von_ _Anfang_ _an_ richtig zu machen!
Und dann kannst Du noch mit der Buchfuehrung tricksen:
- Der Aufbau Deiner Software, die Dir Dein Reselling ueberhaupt
ermoeglicht, verschlingt erst mal 77.89 % Deiner Einnahmen
aus dem reselling - ueber Jahre - und natuerlich machst Du
die in Eigenleistung, quasi als Investition.
Wertmaessig keine Aenderung, aber Dein freiberuflicher
Anteil ist auf einmal weit ueber 80% (Du hast ja noch den
en
einen oder andern sonstigen freiberuflichen Auftrag gebucht)
Dein Steuerberater wird Dir raten. Finde einen, der sich
da auskennt (:und Deinen Sachbarbeiter im FA kennt:)
>> - Was kostet das?
Um einige Beratungen wirst Du kaum herumkommen. Steuer kannst
Du selber machen, aber eine ausfuehrliche gute Beratung zum
Einsteg solltest Du Dir goennen, wenn Du nicht vom Fach bist.
Du solltest Dir einen 'unparteiischen' Versicherungsmakler
kommen lassen - Du musst nix abschliessen, aber solltest wissen,
wo Du Dich versichern kannst / musst / solltest / koenntest,
und was das kostet.
Beim Vertraege-Formulieren kann es sehr nutzlich sein, die
mit einem Juristen durchzugehen, der ueber praktische Erfahrung
in dem gebiet verfuegen sollte. Das ist normalerweise teuer.
Versuche, einen Beratungssatz auf Stundenbasis (z.B. 150 Euro/h)
auszumachen, die Honorierung nach BRAGebO wird hoechst
vermutlich noch viel teuerer!) Pruefe vorab, dass der Mensch
_wirklich_ Ahnung von der Materie hat, davon gibts nicht viele.
> Ja nach Ortsamt ein paar Zehner für den Gewerbeschein. Was ein e.K.
> kostet, weiss ich nicht, könnte aber morgen einen Kollegen fragen.
Der e.K. setzt doch einige Qualifikation voraus. Grosse
Vorsicht, falls die nicht wirklich vorhanden ist, das kann ganz
erhebliche Nachteile bei Streit und auch bei der taeglichen
Geschaeftsfuehrung mit sich bringen!
>> - Was für Pflichten sind damit verbunden? (Buchführung, etc.)
Ueber die Anforderungen des Finanzamtes gibt dasselbe auch
Auskunft. Nicht abwimmeln lassen, die MA sind faul oder
fuehlen sich ueberlastet, muessen aber korrekte Auskunft geben,
haften nicht fuer Luegen, Irrtum und Schlamperei.
Es kann sinnvoll sein, telefonsiche Auskuenfte unter einem
falschen Namen (aber beim _richtigen_ Sachbearbeiter!)
einzuholen (Tipp vom Steuerberater) Fragen unbedingt gut
vorbereiten, also die richtigen Fach-Stichworte nennen,
sonst sind Antworten nix wert.
>> 2. Wie steht man haftungsmäßig als Reseller da?
>> - Z.B. wenn jemand auf Grund eines ausfalles der HS-Servers
>> Schadenersatz fordert...
Wenn Du darauf achtest, dass Deine Kunden _wissen_ (i.e.
unterschreiben) dass Du nur die Rechte, die Dir zustehen,
weiterverkaufst, dann muss sich die Haftung in Grenzen halten
lassen - schliesse aus, dass Du fuer mehr einstehst, als Du
von Vorlieferanten bekommst und bei Zweifeln (z.B. welcher
Vorlieferant eigentlich in Anspruch zu nehmen sei) gib dem
Kunden nur einen Anspruch gegen Dich, der sich an dem _faktisch_
von Dir Durchgesetzten orientiert. Zudem kannst Du ihm noch
das Recht einraeumen, selber taetig zu werden und Forderungen
an Deine Lieferanten direkt zu stellen (kenne viele Faelle, in
denen sowas ein Verkaufsargument war und keinen, in denen es
gemacht worden waere, leave alone mit Erfolg) Dein Anwalt wird
Dich beraten ...
Du kannst Dich versichern ...
Hier ist imho das O&A richtig formulierte Vertraege.
Gruesse von Purodha - e-mail: <bli00@hostsharing.net>