OT: Greenpeace Energy (War: [Global] STRATO goes green)
Stephan Schildberg
schildberg at scoid.de
Wed Jul 4 13:06:05 CEST 2007
Christof Donat schrieb:
> Hi,
>
>
>> Genau das tut Greenpeace-Energy eben nicht und sorgt auch bei den
>> Lastspitzen für Strom aus eigener Kontrolle.
>>
>
> Ich hab mir gerade deren Webseite angeschaut. Wo kommt denn der Strom her,
> wenn ich mit Greenpeace Energy nachts bei Windstille das Licht anmache? Haben
> die auch Energiespeicherkapazitäten? Wenn ja, warum schreiben sie das nicht
> auf der Webseite?
>
Irgendwo steht es auf der Website, aber nicht klar genug und sie haben
signalisiert das verbessern.
Greenpeace energy eG sagt ganz klar, wenn alle regenerativen
Energieformen nicht liefern können, dann beziehen sie die verbrauchte
Leistung von den Stadtwerken Schwäbisch Hall, welche mit
Kraftwärmekopplung arbeiten. Schwäbisch Hall betreibt diese Dezentralen
mit Gas (vermutlich aus Rußland) und speist die Wärme ins Stadtnetz und
den benötigten Strom für Greenpeace ein.
Damit legen sie offen sie als einer der wenigen, wenn nicht als einziger
"Grüne-Stromanbieter" woher die Lastspitzen abgefangen werden. Das tun
alle anderen Anbieter in dieser Klarheit nicht.
Andere Speicherformen gibt es nicht, zumindest wäre die Genossenschaft
Greenpeace energy nicht in der Lage für ihren Kundenkreis zu liefern und
damit gäbe es sie derzeit nicht.
> Ich habe etwas Bauchschmerzen mit der Art der Förderung regenerativer
> Energieformen, die zur Zeit geschieht. Warum koppelt man die Förderung nicht
> an die Fähigkeit der Anlage, dauerhaft, bzw. bei Bedarf Energie liefern zu
> können? Dann muss ein Windrad oder eine Solaranlage eben mindestens einen
> großen Akku-Park, oder z.B. einen Wasserstoffkreislauf haben, damit gefördert
> werden kann.
>
Wasserstoffkreislauf ist unrealistisch, aller zumindest heute
verbrauchte Wasserstoff stammt aus dem Cracken von Öl und nicht aus
Elektrolyse.
Akku-Packs, - der Verlust und damit verbundenen Kosten bei der
Umwandlung von einer in die andere Energieform ist für die Normal-Kunden
untragbar.
Das geht mal gerade um die Überbrückung ganz kurzer Zeiten von Sekunden
bis Minuten.
Du hast sicher von den Druckluftspeichern in Salzstöcken gelesen,
welches eine wesentlich kostengünstigere Variante darstellt als mit
Batteriezellen, doch auch da ist mangels Erfahrung der Wirkungsgrad auch
noch nicht so, als dass er von Kunden bezahlt werden würde. Und alle
Arten von Speicherung von Energie werden immer Verlust als die direkte
Nutzung bei der Entstehung bedeuten. Also wenn die bei einem Windrad vom
Wind erzeugte Energie später einen Motor in Drehung versetzen soll, wäre
es natürlich viel effizienter auf die Umwandlung in Elektrizität zu
versichten und die kinetische Energie direkt zu ntzen. Das sollte das
Denken in Zukunft sein, villeicht bei bestimmten Prozessen zu oft die
Energieform wandeln zu müssen.
Um der Speicherung, welche zu viel Enrgie in Reibung und chemischen
Umwandlungen auf niedrige Energieniveaus zu entgehen wird ja auch daran
gearbeitet Kunden die Möglichkeit zu geben Energie dann einzukaufen,
wenn sie günstig ist. Einfachstes Beispiel ist die Wäsche für eine
Waschmaschine. Du wählst das Programm, dass die Wäsche in den nächsten 5
Stunden fertig sein soll, wann die Maschine wäscht, überläßt Du ihrem
internen Energeibroker, der dann Ökostrom bezieht wann er besonders
günstig ist, wenn besonders viel Sonne, Wind oder Waserkraft eben
innerhalb der nächsten 5 Stunden da ist. Es geht also mehr um die
Egalisierung der Lastspitzen, welche einen konstanteren Verbrauch im
Netz ermöglicht, dadurch werden Reservekapazitäten, welche große
Kraftwerke benötigen vermieden, das Netz kann dadurch mit schächeren
Leitungsquerschnitten oder weniger Leitungen auskommen und man kommt mit
dezentralen Energieversorgungen besser zurecht.
Man kann gesetzliche Förderungen nur im halbwegs erreichbaren Rahmen
gestalten, wenn sie zu hoch sind passiert gar nichts, weil es sich nicht
"trägt". Wir versuchen die Ziele natürlich immer höher zu legen, wenn
das Ausgangsniveau sich gebessert hat anders werden auch kleinere
Bemühungen erstickt.
> Sonst kann man doch nie auf Atom-, Kohle-, Öl-, Erdgas-, etc- Kraftwerke
> verzichten.
Im Augenblick jedenfalls nicht, deswegen wird ja auch am Ausbau der
Langstreckenübertragugungen gearbeitet, um Energieüberschüsse aus weit
entferneten Regionen übetragen zu können, was heute noch nicht richtig
funktioniert. Stromnetze sind historisch etwa 80 km im Radius um
Kraftwerke gewachsen und dementsprechend sind die Fernleitungen
ausgelegt. Wenn sie glühen fallen sie vom Mast.
Gruß, Stephan
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