[Global] Geschichten die das Leben schrieb, oder: vom langsamen Tod eines DSL-Routers

Michael Hoennig michael at hostsharing.net
Wed Aug 1 17:56:20 CEST 2007


Moin Moin,

vorgestern Nachmittag kamen die ersten Beschwerden, ich selbst war ein
paar Stunden offling: Beim Webbrowsen zeigte sich in etwa die
Geschwindigkeit eines analogen Modems auf einer schlechten Leitung.
Abends, selbst wieder online, merkte ich es selbst. Arbeiten per SSH
waren aber problemlos, ping zeigte Paketlaufzeiten von 25ms zu unseren
Servern, wie immer.


Zum Test einmal DSL-Modem und Router aus, und nach einer Weile wieder an.
Dasselbe: Web-Browsen wie über eine schlechte analog-Leitung.

Ich hoffte auf Besserung bis zum nächsten Morgen und ging ins Bett. Doch
nichts war besser. Jetzt schien die schlechte analoge Leitung durch
Rauchzeichen oder eine Trommelstrecke ausgetauscht worden zu sein. Die
Bits tröfelten nur so, egal von wo. Ping aber zeigte nach wie vor 25ms zu
unseren Servern. SSH ging noch eine Weile, dann war auch das vorbei. Ping
zeigte aber nach wie vor 25ms und traceroute deutete auch auf keinen
Fehler auf der Strecke hin. Was also noch ging, war wohl ICMP, aber alles
IP basierte war tot.

Ersatzweise meinen Arbeitscomputer über UTMS ins Internet gestellt, ping
nun leider 300ms. Nicht so toll, um online auf den Servern zu arbeiten.
Doch das nützte auch wenig, die anderen wollten auch wieder ins Internet.
Ich hoffte ja, dass das Problem sich - auf Seiten des DSL-Providers -
bald von selbst löst, bzw. auf meine zwischenzeitlich online aufgegbene
Störungsmeldung reagiert wird.

Also den DSL-Provider angerufen. Nachdem klar war, dass ich über das
Internet mehr wusste als der Call-Center-Mitarbeiter, leitete er mich
eine Support-Ebene weiter und ich hatte einen kompetenten
Ansprechpartner. Die Ports wurden resettet (was immer das bei denen
bedeutet), doch einzig führte das dazu, dass ich nun gar keine DSL-
Verbindung mehr hatte. Erneute Einwahlversuche waren nur für 10 Sekunden
erfolgreich, dann war die Verbindung wieder weg. Zwischendurch wieder ein
stolzer Ping von 25m zu unseren Servern. Auf Seiten des DSL-Providers
stand die Ethernet-Strecke - über die man sich mit PPP ins Internet
einwählt - mit voller Bandbreite.

Ok, vielleicht lag das Problem ja doch auf meiner Seite. Also ein anderes
DSL-Modem und einen anderen Router herausgesucht. Sowas hat man ja immer
rumliegen. Ich wusste, bei dem Router war ein Port am Switch hinüber,
aber sonst lief der noch. Doch was war: Der Router war nicht
ansprechbar :-( Einzig funktionierte der eingebaute Switch - sogar wieder
mit allen Ports. So ging es also nicht.

Also wieder den anderen Router angeschlossen. Rantasten war angesagt:
Funktioniert der Switch, komme ich also von einem angeschlossenen
Computer zum nächsten? Nein! Oh! Komme ich noch an den eingebauten
Config-Webserver? Ja ... aber ... huch, warum geht es über die 100 MBit
Leitung sooooo langsam? Das war noch beim Gespräch mit dem nettten
Mitarbeiter von Hansenet nämlich nicht so, da war die Config-Oberfläche
noch blitzeschnell. 

Ok, es nützte alles nichts. Auf zu einem Computer-Laden. Ein neuer Router
musste her. Wobei ich schon befürchtete, dass das DSL-Modem eine Macke
hatte und den Router beim anschließen überlastete, denn warum sonst ging
der zweite Router auch nicht mehr? Doch, siehe da, meine Zugangsdaten
eingestellt und schwupps war ich wieder mit 2MBit/s - und vor allem 
online. Und der hat nun 10 Jahre Garantie.

Bleibt das Rätsel, warum:
- es erst nur langsam ging,
- dann noch langsamer,
- (Neueinwahl ging noch - der interne Webserver war noch schnell),
- dann nur noch ICMP ging, IP aber ganz tot war,
- dann keine Einwahl mehr möglich war,
- dann der Switch starb - und nur noch zum Router durchließ,
- und zuletzt noch der interne Webserver auch so langsam wurde?

Nun, das werde ich wohl nie herausfinden. Fest steht aber: Auch wenn
alles darauf hindeutet, und man wirklich nichts geändert hat, kann das
Problem bei den eigenen Geräten liegen.

Alles Gute wünscht
	Michael

-- 
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